Konsumkredit

Dispokredit — teure Kontoüberziehung vermeiden.

Der Dispositionskredit ist bequem, aber mit Zinsen zwischen 8 und 14 % einer der teuersten Kreditformen. Wir zeigen, wann ein Ratenkredit die günstigere Alternative ist — und welche Banken den Dispo überhaupt noch attraktiv anbieten.

  • Sofort verfügbar bis zur bewilligten Höhe
  • Nur tatsächlich genutzte Beträge verzinst
  • Keine feste Rückzahlungsrate

Was der Dispokredit von einem Ratenkredit unterscheidet

Der Dispositionskredit ist ein von der Bank eingeräumter Überziehungsrahmen auf dem Girokonto, keine feste Kreditsumme mit Rückzahlungsplan. Sie können ihn jederzeit bis zur vereinbarten Grenze in Anspruch nehmen und zurückzahlen, ganz ohne Antrag im Einzelfall, sobald Gehaltseingänge das Konto wieder ausgleichen.

Rechtlich handelt es sich um einen eingeräumten Überziehungskredit nach § 504 BGB. Anders als beim Ratenkredit gibt es keine feste Tilgungsrate und keine feste Laufzeit – dafür ist er in der Regel deutlich teurer im Zinssatz.

Warum der Dispo so teuer ist

Die Dispozinsen liegen traditionell weit über denen von Ratenkrediten, oft im zweistelligen Prozentbereich, weil die Bank keine Sicherheit hat und die Inanspruchnahme jederzeit und ohne erneute Bonitätsprüfung möglich ist. Die Kreditrahmenhöhe richtet sich meist am monatlichen Nettoeinkommen und liegt häufig bei zwei bis drei Nettogehältern.

Da die Zinsen tagesgenau auf den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag berechnet werden, kann eine dauerhafte Ausschöpfung des Dispos über Monate hinweg sehr teuer werden, obwohl der einzelne Betrag klein wirkt.

Wie Sie den Dispo sinnvoll nutzen

Der Dispo eignet sich für kurzfristige Engpässe von wenigen Tagen bis Wochen, etwa wenn das Gehalt später eintrifft als eine Rechnung fällig wird. Banken sind gesetzlich verpflichtet, Sie regelmäßig über die Dispozinshöhe zu informieren und bei häufiger oder dauerhafter Überziehung ein Beratungsgespräch anzubieten.

Wer den Dispo öfter als drei Monate hintereinander ausschöpft, sollte das als Warnsignal werten und über eine Umschuldung in einen günstigeren Ratenkredit nachdenken.

Wann der Dispo die falsche Lösung ist

Für dauerhafte oder größere Finanzierungsbedarfe ist der Dispo wegen der hohen Zinsen ungeeignet – hier ist ein regulärer Ratenkredit mit fester Tilgung fast immer günstiger. Wer den Dispo über Monate ausschöpft, zahlt oft ein Vielfaches der Zinskosten, die ein Umschuldungskredit verursachen würde.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Dafür spricht

  • Sofort und ohne separaten Antrag im Einzelfall nutzbar
  • Flexible Rückzahlung ohne feste Rate oder Laufzeit
  • Ideal für kurzfristige, kleine Engpässe von wenigen Tagen
  • Keine erneute Bonitätsprüfung bei jeder Nutzung

Das sollten Sie bedenken

  • Sehr hohe Zinsen im Vergleich zu Ratenkrediten
  • Keine feste Tilgungsstruktur begünstigt Dauerverschuldung
  • Zinsen werden tagesgenau auf den offenen Betrag berechnet
  • Bei häufiger Ausschöpfung deutlich teurer als ein Umschuldungskredit

Keine Finanzberatung: Sparkamel.de ist ein Informations- und Vergleichsportal. Wir sind keine Bank, keine Kreditvermittlerin und keine Anlage- oder Finanzberaterin. Alle Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Beratung.

Für wen passt der Dispokredit?

  • Zur Überbrückung weniger Tage bis zum Gehalt
  • Für unerwartete kleinere Ausgaben
  • Als Sicherheitsreserve — nicht zur Dauerfinanzierung

Häufige Fragen

Ist der Dispo dasselbe wie ein Ratenkredit?

Nein, der Dispo ist ein flexibler Überziehungsrahmen ohne feste Rate oder Laufzeit, während ein Ratenkredit eine fest vereinbarte Summe mit festem Tilgungsplan ist.

Warum sind Dispozinsen so hoch?

Weil die Bank keine Sicherheit hat, der Betrag jederzeit ohne Einzelprüfung abrufbar ist und das Ausfallrisiko entsprechend eingepreist wird. Historisch liegen Dispozinsen deutlich über denen von Ratenkrediten.

Wie hoch darf mein Dispo maximal sein?

Das legt die Bank fest, meist orientiert am durchschnittlichen monatlichen Geldeingang, häufig im Bereich von zwei bis drei Nettogehältern.

Was passiert, wenn ich den Dispo überziehe?

Dann greift oft ein noch teurerer geduldeter Überziehungskredit über den eingeräumten Rahmen hinaus. Banken sind verpflichtet, Sie darüber zu informieren und bei dauerhafter Nutzung ein Beratungsgespräch anzubieten.

Ab wann sollte ich den Dispo in einen Ratenkredit umschulden?

Sobald Sie ihn regelmäßig über mehr als zwei bis drei Monate spürbar ausschöpfen, lohnt sich fast immer eine Umschuldung in einen günstigeren Ratenkredit mit fester Tilgung.